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Martin-Opitz Bibliothek Herne |
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09.02.-23.03.12
Jo Mihaly, 1902 im westpreußischen Schneidemühl (heute Piła) geboren,
kreierte in den Zwanziger Jahren sozialkritische „epische Tänze“.
Früh gegen den Nationalsozialismus engagiert, musste sie 1933 mit ihrem
Mann, dem jüdischen Schauspieler und Regisseur Leonard Steckel,
emigrieren.
In der Schweiz wurde sie eine der aktivsten Gestalten des Exils. Als
Leiterin der „Kulturgemeinschaft der Emigranten“ verschaffte sie
emigrierten Künstlern (z.B. dem später berühmt gewordenen Dirigenten
George Szolti) erste Auftrittsmöglichkeiten. Mit Hans Mayer gab sie die
Exil-Zeitschrift „Über die Grenzen“ heraus. 1942 erschien ihr von
Thomas Mann geschätzter Roma „Hüter des Bruders“ und 1945 ihr
Gedichtband „Wir verstummen nicht“ in Zusammenarbeit mit Stephan
Hermlin.
Gleich nach Kriegsende wirkte sie als Mitglied im Stadtparlament von
Frankfurt/Main und als Gründerin der „Freien deutschen
Kulturgemeinschaft“ beim politischen und kulturellen Wiederaufbau der BRD
mit. 1949 zog sie ins Tessin und widmete sich bis zu ihrem Tod 1989 ihrem
vielfältigen literarischen Schaffen. Ihr 2002 aus dem Nachlass
veröffentlichter Roman „Auch wenn es Nacht ist“ ist ein ergreifender
Text über Flucht und Vertreibung aus dem deutschen Osten, aufgrund dessen
„Die Zeit“ sie „eine der großen deutschen Frauen des 20.
Jahrhunderts“ nannte.
Die von Thomas B. Schumann –Exilliteratur-Verleger und Nachlassverwalter Mihalys – in Zusammenarbeit mit dem Gerhart-Hauptmann-Haus Düsseldorf und dem Westpreußischen Landesmuseum Münster konzipierte Ausstellung dokumentiert anhand von Büchern, Briefen, Manuskripten, Dokumenten, Bildern und Fotos sowie auf großen Schautafeln erstmals Leben und Schaffen dieser bedeutenden, faszinierenden und vielseitigen Künstlerin der Weimarer Republik, des deutschen Exils und der Nachkriegszeit.
Die Ausstellung ist begehbar während der Öffnungszeiten der MOB (Mo-Do, 10-18.00 Uhr).
www.martin-opitz-bibliothek.de/de/aktuell__show/kalender/226
17.05.2012, 22:05