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Martin-Opitz Bibliothek Herne |
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11.11.10, 19:00-21:00
Fünfkirchen/Pécs im südlichen Ungarn trägt im Jahr 2010 gemeinsam
mit Essen/Ruhrgebiet und Istanbul den Titel einer Europäischen
Kulturhauptstadt. Die Geschichte dieser mittelgroßen Stadt wurde über
zweitausend Jahre hin von vielerlei Völkern, Religionen und Kulturen
geprägt – neben Römern, Ungarn, Osmanen und Südslawen maßgeblich auch
von Deutschen. Rund 150 Jahre unter osmanischer Herrschaft, während der
die Stadt ein Zentrum der Wirtschaft und islamischen Kunst war, wurden
durch die habsburgische Eroberung Ungarns Ende des 17. Jahrhunderts
beendet. Im Zuge der anschließenden Neubesiedlung der Region erhielt
Fünfkirchen wieder den Rang einer Bischofsstadt und entwickelte sich zum
Zentrum der „Schwäbischen Türkei“, eines Musterländchens
überwiegend deutscher Bauern.
Heute ist Fünfkirchen ein lebendiger Wissenschaftsstandort, eine Stadt, in
der Barock und moderne Kunst genauso zu Hause sind wie die zum
UNESCO-Welterbe zählenden frühchristlichen Grabstätten der späten
Römer, eine Stadt, in der zehn Minderheiten leben, die geistige Brücken
über den ganzen Kontinent bilden.
Harald Roth, Historiker mit Schwerpunkt auf den Ländern des Donau-Karpaten-Raumes, ist Südosteuropa-Referent am Deutschen Kulturforum östliches Europa in Potsdam.
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17.05.2012, 22:05