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Martin-Opitz Bibliothek Herne |
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20.10.10, 19:00-21:00
„Es ist eine Reise in eine verloren gegangene Zeit: eine Zeit, die ich
nur aus Erzählungen, Andeutungen, Anekdoten kenne, und plötzlich sitze
ich mittendrin.“ (Petra Reski: Ein Land so weit) – Die
Auseinandersetzung jüngerer Autoren und bildender Künstler mit den
Kriegserfahrungen ihrer Großeltern sind inzwischen keine
Ausnahmeerscheinung mehr. Die „Enkel der Vertriebenen“ kennen – so
Maxim Leo – Geschichte und Geschichten ihrer Großeltern, die ihre Heimat
verlassen mussten. Erst allmählich jedoch „merken sie, dass es auch ihre
Geschichten sind. Und ihr Leid“. Das Auftauchen verdrängter Erlebnisse
der Großelterngeneration im Gefühlsleben der Enkel bringe diese dazu,
sich mit dem Leben ihrer Familie zu beschäftigen (Berliner Zeitung vom
21.3.2009, Magazin).
Im Vortrag soll anhand ausgewählter Beispiele gezeigt werden, wie sich die
Enkel vor allem literarisch, aber auch mit Hilfe historischer Studien
und/oder über Malerei und Fotografie der Heimat der Großeltern nähern
und wie sie so versuchen, nicht verarbeitete traumatische Erfahrungen zu
„verarbeiten“.
Dr. Elisabeth Fendl, geb. 1959 in Regensburg; Studium der Volkskunde und
Kunstgeschichte in Regensburg und Marburg
1990-1999 Leiterin des Egerland-Museums in Marktredwitz, seit 2000
wissenschaftliche Mitarbeiterin im Johannes-Künzig-Institut in Freiburg im
Breisgau
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17.05.2012, 22:05