Veranstaltungen
12.01.-02.02.12
Im Objektiv des Feindes - Die deutschen Bildberichterstatter im besetzten Warschau 1939-1945
Ausstellung in Kooperation mit dem Herder-Institut, Marburg
Eine Ausstellung des Hauses der Begegnung mit der Geschichte in
Warschau in Zusammenarbeit mit der Polnischen Akademie der Wissenschaften
und dem Herder-Institut in Marburg, dem Bundesarchiv sowie der Stiftung
Preußischer Kulturbesitz mit der Bildagentur bpk und dem Museum
Europäischer Kulturen - Staatliche Museen zu Berlin. Sie stand unter der
Schirmherrschaft der Stadtpräsidentin der Stadt Warschau und des
Regierenden Bürgermeisters der Stadt Berlin.
Sie verstand sich als ein Beitrag zum 70. Jahrestag des Beginns des
Zweiten Weltkriegs und des Überfalls auf Polen.
Die Präsentation in Herne ist möglich durch die freundliche
Unterstützung des Herder-Instituts, Marburg.
Die Ausstellung ist begehbar während der Öffnungszeiten der MOB (Mo-Do, 10-18.00 Uhr).
Aus dem Flyer zur Ausstellung:
Die Ausstellung "Im Objektiv des Feindes" berichtet über die
Entdeckung einer großen Sammlung von Fotografien deutscher
Kriegsberichterstatter der Wehrmacht im besetzten Polen, die sich im
Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz und im Bundesarchiv befinden. Dank
der Zusammenarbeit mit der Polnischen Akademie der Wissenschaften konnte
dieser Bestand erstmals erschlossen und kommentiert werden. Die
Ausstellung [... wurde 2008 erstmals gezeigt und seit] Oktober 2009 [ist
sie] als Wanderausstellung im Rahmen des Föderalen Programms der Stiftung
Preußischer Kulturbesitz in Zusammenarbeit mit dem Herder-Institut in
Marburg in Deutschland und Polen zu sehen [...].
Das im Jahr 1939 von pulsierendem Leben erfüllte Warschau mit seinen
damals 1,3 Millionen Einwohnern verlor während des Zweiten Weltkrieges
unter der deutschen Besatzung ungefähr 700.000 Einwohner, darunter fast
die gesamte jüdische Bevölkerung der Stadt mit ca. 350.000 Menschen. Mit
dem Einmarsch der deutschen Truppen wurde Warschau zu einem Ort der
Schikanen, der Repressionen und der Vernichtung seiner Bevölkerung. Im
Jahr 1945 war Warschau eine fast menschenleere und zerstörte Stadt.
Die Autoren der Ausstellung, Danuta Jackiewicz und Eugeniusz Cezary Król,
die diese ergreifende Geschichte dokumentieren, trafen ihre Auswahl aus
Bildmotiven, die in den Jahren 1939-45 von den Propaganda-Kompanien der
Wehrmacht und der Waffen-SS in Warschau aufgenommen wurden. Die
Fotografien stammen überwiegend aus den Beständen der Bildagentur bpk
der Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Berlin. Ergänzt wurden sie
durch Aufnahmen aus dem Bundesarchiv in Koblenz. Ein
geschichtswissenschaftlicher Kommentar der Autoren begleitet die
ausgestellten Fotos, ergänzt durch Fragmente von Dokumenten, Tagebüchern
und Erinnerungen von Warschauern.
Die chronologisch-thematisch geordneten Fotografien zeigen die Geschichte
der Stadt in den Jahren des Krieges und der Besatzung. Die einzelnen
Kapitel der Ausstellung behandeln den „Septemberfeldzug“ und die
Zerstörungen in Warschau, die Repressionen gegenüber der jüdischen und
nichtjüdischen Bevölkerung der Stadt, den Alltag im besetzten Warschau
und im Ghetto (bis zu dessen Liquidierung nach dem Ghetto-Aufstand 1943),
den Warschauer Aufstand und die Vernichtung der Stadt zwischen Oktober
1944 und Januar 1945.
Wie der Titel der Ausstellung ankündigt, zeigt die Ausstellung
Fotografien, die durch das „Objektiv des Feindes“ aufgenommen wurden.
Manche der Aufnahmen, vor allem die von Joe Heydecker, lassen auf eine
gewisse Haltung der Empathie gegenüber den Fotografierten schließen.
Generell jedoch repräsentiert die gesamte Sammlung eine einheitliche
Sichtweise, nämlich die der Stadt Warschau und ihrer Einwohner als eines
Gegenstandes propagandistischer Manipulation. Noch immer gibt es wenige
visuelle Zeugen der Kriegsvergangenheit Warschaus. Die Bilder erweitern
den Wissensstand über die Geschichte der Stadt Warschau unter der
deutschen Besatzung in den Jahren 1939 – 1945 und sind ein wichtiger
Beitrag zur gemeinsamen Erinnerungsgeschichte anlässlich des 70.
Jahrestages des deutschen Überfalles auf Polen am 1. September 1939.
Eine zweisprachige Begleitpublikation steht zur Verfügung:
Danuta Jackiewicz und Eugeniusz Cezary Król (Hrsg.), Im Objektiv des
Feindes. Die deutschen Bildberichterstatter im besetzten Warschau
(1939–1945) / W objektywie wroga. Niemieccy fotoreporterzy w okupowanej
Warszawie (1939-1945), Warschau 2009, Verlag Rytm/Haus der Begegnungen mit
der Geschichte, € 35,00
(Bestellungen über: http://www.museumsshop.smb.museum)








