Veranstaltungen

20.10.10, 19:00-21:00

Dr. Elisabeth Fendl: Das Erzählen der Enkel. Flucht und Vertreibung im Familiengedächtnis

Vortrag

„Es ist eine Reise in eine verloren gegangene Zeit: eine Zeit, die ich nur aus Erzählungen, Andeutungen, Anekdoten kenne, und plötzlich sitze ich mittendrin.“ (Petra Reski: Ein Land so weit) – Die Auseinandersetzung jüngerer Autoren und bildender Künstler mit den Kriegserfahrungen ihrer Großeltern sind inzwischen keine Ausnahmeerscheinung mehr. Die „Enkel der Vertriebenen“ kennen – so Maxim Leo – Geschichte und Geschichten ihrer Großeltern, die ihre Heimat verlassen mussten. Erst allmählich jedoch „merken sie, dass es auch ihre Geschichten sind. Und ihr Leid“. Das Auftauchen verdrängter Erlebnisse der Großelterngeneration im Gefühlsleben der Enkel bringe diese dazu, sich mit dem Leben ihrer Familie zu beschäftigen (Berliner Zeitung vom 21.3.2009, Magazin).
Im Vortrag soll anhand ausgewählter Beispiele gezeigt werden, wie sich die Enkel vor allem literarisch, aber auch mit Hilfe historischer Studien und/oder über Malerei und Fotografie der Heimat der Großeltern nähern und wie sie so versuchen, nicht verarbeitete traumatische Erfahrungen zu „verarbeiten“.

Dr. Elisabeth Fendl, geb. 1959 in Regensburg; Studium der Volkskunde und Kunstgeschichte in Regensburg und Marburg
1990-1999 Leiterin des Egerland-Museums in Marktredwitz, seit 2000 wissenschaftliche Mitarbeiterin im Johannes-Künzig-Institut in Freiburg im Breisgau

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