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12.10.06, 19:00-21:00
Renate Stößinger: Vertreibung von Polen, Vertreibung von Deutschen
Vortrag mit Buchpräsentation
Die Themen Erinnerung und Gedächtnis, ja das Phänomen des Erinnerns als menschliche Grundhaltung an sich, waren zum Zeitpunkt der Entstehung des Anthologie-Projekts „Vertreibung aus dem Osten – Deutsche und Polen erinnern sich“ 1996/97 eher unpopulär. Seit einigen Jahren bis zur Stunde erfahren sie eine wachsende Konjunktur, welche mit dem persönlichen Erinnerungsbuch von Günter Grass „Beim Häuten der Zwiebel“ einen vorläufigen Höhepunkt verzeichnet. Das breite Interesse verweist auf eine neue Situation im Verhältnis von Geschichte und kollektivem Gedächtnis und damit auf einen neuen Umgang mit der Vergangenheit. Das zu präsentierende Buch versteht sich als Beitrag zu einer neuen Erinnerungskultur, die nicht nur die eigenen Leidensschicksale, sondern auch die der Anderen zu erfassen, zu verstehen und mit zu erleben versucht. Diese Doppelperspektive könnte immer noch schwelende und immer wieder neu auftretende Ängste und Vorbehalte im osteuropäischen Raum abbauen helfen.








