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26.11.03, 19:00

"Schlesiens Wilder Westen. Ein Heimatfilm" von Ute Badura

Filmvorführung in Kooperation mit der VHS Herne. Mit einer Einführung von Dr. Hans-Jakob Tebarth. Im Anschluss besteht die Möglichkeit zu Diskussion und Gespräch

Ein Heimatfilm, wie ihn die Autorin nennt, die auch für Buch und Regie verantwortlich zeichnet. Aber ein Heimatfilm der anderen Art, in dem Zeitzeugen berichten - alte Menschen oft, die Schmerz mit Heimat und Heimatverlust verbinden. Ein Film, der fast Alltägliches - den Heimat-Tourismus - mit dem nicht Erwarteten verbindet: Die Beschäftigung der heute in Niederschlesien lebenden jungen Menschen mit der Geschichte des Landes vor ihrer eigenen Ankunft bzw. der ihrer Eltern. Dies alles erzählt ein Film, der auch die Schönheit der Riesengebirgslandschaft nicht zu verbergen versucht ? Heimat, Heimatverlust und zweite Heimat sind die zentralen Themen, die auch in Herne ein großer Teil der Bevölkerung als eigene gelebte Geschichte mit den "Akteuren" teilt - den aus dem Osten Polens wie aus dem Osten Deutschlands stammenden Menschen.

Ute Badura zu Ihrem Film: "Ich kann besser an einem Ort leben, dessen Geschichte ich kenne", sagt ein junger Pole im Prolog dieses Filmes. Er lebt in Kopaniec, früher Seifershau - ein Dorf in Niederschlesien. Zwischen dem Früher und dem Heute lag die Vertreibung der Deutschen und die Neuansiedlung der Polen, oft selbst Vertriebene aus der heutigen Ukraine. Das Dorf ist Mittelpunkt des Filmes und Bindeglied zwischen den früheren und heutigen Bewohnern. Die jüngeren Polen sind mit den Bessuchen der ehemaligen deutschen Einwohner aufgewachsen. Die Lebensgeschichten der älteren Polen und Deutschen erzählen von Krieg und Vertreibung, aber auch von der Zeit, als man gemeinsam im Dorf lebte, direkt nach dem Krieg. "Der Wilde Westen" wurde die Region damals in Polen genannt.

"Schlesiens Wilder Westen" fragt, was Heimat ist: ein Ort, ein Mensch, ein Gefühl, eine Erinnerung?

Der Film kann in Herne auf freundliche Vermittlung des Deutschen Kulturforums östliches Europa, Potsdam, gezeigt werden. Er wurde gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Angelegenheiten der Kultur und der Medien, vom Filmbüro Nordhein-Westfalen e.V., von der Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württmberg.

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